Was kostet Innenarchitektur: 6 Punkte, die Ihr Budget bestimmen

By Corina
Veröffentlicht: 23.09.26
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Kategorie: Interior Styling

Was kostet Innenarchitektur – diese Frage steht fast immer am Anfang, wenn jemand bei mir anruft. Meistens kommt sie etwas zögerlich, so als wäre sie unhöflich. Ist sie nicht. Sie ist die vernünftigste Frage überhaupt, denn niemand beauftragt gern etwas, dessen Größenordnung er nicht einschätzen kann.

Eine Preisliste werde ich Ihnen trotzdem nicht aufschreiben, und zwar aus einem einfachen Grund: Sie wäre nicht ehrlich. Was ich Ihnen stattdessen geben kann, ist etwas Nützlicheres – die sechs Punkte, die Ihr Budget tatsächlich bestimmen. Wenn Sie die kennen, können Sie jedes Angebot lesen und einordnen. Auch meins.

Warum es auf diese Frage keine Preisliste gibt

Innenarchitektur ist keine Ware, die man in Größen bestellt. Zwei Wohnungen mit identischem Grundriss können völlig unterschiedlichen Aufwand bedeuten: Die eine braucht ein neues Farb- und Lichtkonzept, in der anderen müssen Wände weichen, Leitungen wandern und drei Gewerke aufeinander abgestimmt werden.

Wer Ihnen auf die Frage nach den Kosten sofort eine Zahl nennt, ohne Ihre Räume gesehen zu haben, rät. Und geraten wird meistens zu niedrig – damit der Auftrag zustande kommt. Die Wahrheit holt beide Seiten später ein. Deshalb schaue ich mir zuerst an, worum es geht, und spreche danach über Geld. In dieser Reihenfolge.

Was kostet Innenarchitektur: 6 Punkte, die Ihr Budget bestimmen

1. Der Umfang – Beratung, Konzept oder Rundum-Betreuung. Das ist der mit Abstand größte Hebel. Eine einzelne Beratung, in der wir Ihre Räume durchgehen und Sie mit einem klaren Plan weiterarbeiten, ist etwas völlig anderes als eine Begleitung von der ersten Skizze bis zum eingeräumten Schrank. Beides ist sinnvoll – aber es sind zwei verschiedene Projekte. Bevor wir über Preise reden, klären wir immer zuerst, was Sie wirklich brauchen.

2. Der Zustand der Räume. Ein Neubau ist ein weißes Blatt: Hier geht es um Gestaltung. Ein Altbau bringt Geschichte mit – schiefe Wände, alte Leitungen, Fenster, die nicht dem heutigen Standard entsprechen. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil, solche Räume haben oft mehr Charakter. Es bedeutet nur mehr Planung, und Planung ist Zeit.

3. Die Quadratmeter – aber anders, als Sie denken. Größe allein sagt wenig. Ein großzügiger, offener Wohnbereich ist schneller durchdacht als eine kleine Wohnung mit vielen Ecken, in der jeder Zentimeter arbeiten muss. Kleine Räume sind in der Planung oft die anspruchsvolleren, weil man sich keinen Fehler leisten kann.

4. Ihr Anspruch an Material und Möbel. Hier liegt der Teil des Budgets, den Sie am direktesten selbst steuern. Zwischen einem soliden Serienmöbel und einem handgefertigten Stück aus massivem Holz liegen Welten – in der Anmutung, in der Haltbarkeit und im Preis. Ich sage Ihnen ehrlich, wo der Unterschied sich später bemerkbar macht und wo er reine Liebhaberei ist.

5. Maßanfertigung oder Serie. Manches lässt sich nicht kaufen. Eine Nische unter der Dachschräge, ein Sideboard, das genau in den Erker passt, eine Polsterbank nach Ihrem Rücken – das sind Anfertigungen. Sie kosten mehr als Standardware und sind trotzdem oft die wirtschaftlichere Entscheidung, weil sie Raum nutzbar machen, der sonst verloren wäre.

6. Wie viel Sie selbst übernehmen möchten. Manche Kundinnen und Kunden wollen das fertige Ergebnis und sonst nichts damit zu tun haben. Andere kaufen gerne selbst ein, telefonieren mit Handwerkern und brauchen von mir vor allem den roten Faden. Beides geht. Je mehr Sie übernehmen, desto geringer mein Anteil – und desto mehr Ihre Zeit.

Wie Innenarchitektur üblicherweise abgerechnet wird

In der Branche haben sich drei Modelle etabliert, und es hilft, sie zu kennen, bevor Sie Angebote vergleichen:

  • Nach Stunden – transparent und fair bei überschaubaren Aufgaben, etwa einer Beratung oder einem Farbkonzept. Sie zahlen genau das, was anfällt.
  • Als Pauschale für ein klar umrissenes Paket – gut, wenn der Umfang von Anfang an feststeht und Sie Planungssicherheit möchten.
  • Als Anteil an der Investitionssumme – üblich bei umfassenden Projekten, bei denen sich der Aufwand mit dem Umfang des Vorhabens mitbewegt.

Welches Modell für Ihr Projekt passt, besprechen wir vorher – nicht hinterher. Was wir vereinbaren, steht schriftlich fest, bevor ich anfange.

Woran Sie ein faires Angebot erkennen

Ein gutes Angebot erkennen Sie nicht an der Höhe, sondern an der Klarheit. Es sollte Ihnen drei Fragen beantworten, ohne dass Sie nachhaken müssen: Was genau ist enthalten? Was ausdrücklich nicht? Und was passiert, wenn sich unterwegs etwas ändert?

Aufmerksam würde ich werden, wenn Leistungen nur als Sammelposten auftauchen, wenn niemand über den Fall spricht, dass Sie zwischendurch umplanen wollen, oder wenn Sie zur schnellen Unterschrift gedrängt werden. Ein durchdachtes Projekt verträgt ein paar Tage Bedenkzeit. Wenn Sie wissen möchten, wie ein sauber aufgesetztes Vorhaben von Anfang an aussieht, hilft Ihnen der Beitrag zum Raumkonzept erstellen lassen weiter.

Wo sich Sparen lohnt – und wo es teuer wird

Sparen ist völlig legitim, man muss nur an den richtigen Stellen ansetzen. Gut sparen lässt sich bei Dingen, die sich später unkompliziert austauschen lassen: Textilien, Leuchten, Dekoration, Beistellmöbel. Da darf ruhig erst einmal eine schlichtere Lösung stehen, die Sie Stück für Stück ersetzen.

Teuer wird Sparen dort, wo ein Eingriff später nur mit Aufwand zu korrigieren ist – bei allem, was fest verbaut ist, bei der Elektroplanung und beim Licht. Eine Steckdose, die an der falschen Stelle sitzt, ärgert Sie jeden Tag. Und noch etwas: Am Konzept zu sparen und dafür teure Möbel zu kaufen, die nicht zusammenpassen, ist der Klassiker. Am Ende steht ein Zimmer voller guter Einzelstücke, das sich trotzdem unruhig anfühlt.

Ein typischer Ablauf – damit Sie sehen, wofür Sie zahlen

Viel vom Preis erklärt sich, sobald man weiß, was zwischen dem ersten Gespräch und dem fertigen Raum eigentlich passiert. In aller Regel sind es fünf Schritte:

  • Aufnahme. Ich sehe mir die Räume an, messe nach, höre zu. Wer wohnt hier, was funktioniert heute nicht, was soll bleiben? Dieser Termin entscheidet mehr über das Ergebnis als alles, was danach kommt.
  • Konzept. Aus den Aufnahmen wird ein Entwurf: Raumaufteilung, Farben, Materialien, Licht. Sie sehen, wohin die Reise geht, bevor irgendetwas gekauft wird.
  • Entscheidungen. Wir gehen das Konzept gemeinsam durch, schärfen nach, verwerfen. Das ist der Teil, in dem sich Budget und Wunsch zur Deckung bringen lassen – und der Grund, warum Änderungen hier noch nichts kosten.
  • Umsetzung. Bestellungen, Termine, Abstimmung mit Handwerkern, Kontrolle der Lieferungen. Unspektakulär, aber zeitaufwendig – und der Punkt, an dem sich zeigt, ob jemand den Überblick behält.
  • Abnahme. Eingeräumt, ausgerichtet, fertig. Erst wenn der Raum funktioniert, ist er fertig, nicht schon wenn die Möbel stehen.

Wenn Sie ein Angebot lesen, lohnt sich die Frage, welche dieser Schritte darin enthalten sind. Der Unterschied zwischen „Konzept“ und „Konzept plus Umsetzung“ ist erheblich – in der Leistung wie im Preis.

Womit Sie zusätzlich rechnen sollten

Neben dem Honorar gibt es Posten, die gern übersehen werden und später für Überraschungen sorgen. Denken Sie von Anfang an mit an Lieferung und Montage, an Handwerkerleistungen wie Elektrik, Maler oder Boden, an Musterbestellungen sowie an Entsorgung und gegebenenfalls Zwischenlagerung Ihrer bisherigen Einrichtung.

Keiner dieser Punkte ist dramatisch, solange er im Plan steht. Unangenehm werden sie nur, wenn sie erst auftauchen, wenn das Budget bereits verteilt ist. Ich spreche sie deshalb lieber am Anfang an, auch wenn die Summe dadurch zunächst größer wirkt. Sie ist nicht größer – sie ist nur vollständig.

Planen Sie zusätzlich einen Puffer ein. Zehn Prozent sind eine gute Gewohnheit: für das Stück, das nach der Lieferung doch nicht überzeugt, für die Wand, hinter der etwas anderes steckt als gedacht. Wird er nicht gebraucht, haben Sie ihn gespart.

Häufige Fragen

Lohnt sich Innenarchitektur schon für eine einzelne Wohnung?

Ja, und oft gerade dann. Bei kleineren Flächen zählt jede Entscheidung doppelt, weil es keine Ausweichfläche gibt. Ein durchdachter Plan verhindert hier die teuren Fehlkäufe, die sich sonst still summieren.

Kann ich mein Budget vorab festlegen?

Unbedingt, und ich empfehle es ausdrücklich. Sagen Sie mir Ihren Rahmen ruhig offen – das ist keine Schwäche in der Verhandlung, sondern die Grundlage für einen realistischen Plan. Innerhalb eines gesetzten Budgets lässt sich sehr gut arbeiten. Was nicht funktioniert, ist ein Konzept, das erst am Ende auf den Boden geholt werden muss.

Gilt das auch für eine Ferienimmobilie?

Im Grundsatz ja, die Gewichtung ist aber eine andere: Dort spielen Vermietbarkeit, Robustheit der Materialien und der erste Eindruck auf Fotos eine größere Rolle als im eigenen Zuhause. Die Besonderheiten habe ich im Beitrag zu den Innenarchitektur Kosten für eine Ferienwohnung zusammengefasst.

Mein Rat zum Schluss

Stellen Sie die Frage nach den Kosten ruhig als Erstes – und erwarten Sie eine Gegenfrage. Wer wissen will, was Sie vorhaben, bevor er eine Zahl nennt, nimmt Sie und Ihr Projekt ernst.

Wenn Sie mögen, schauen wir gemeinsam auf Ihre Räume und sprechen offen über den Rahmen, der für Sie passt. Ein erstes Gespräch kostet Sie nichts – melden Sie sich einfach, ich freue mich darauf. Wie eine Einrichtungsberatung in Timmendorfer Strand abläuft, können Sie vorab nachlesen.

Corina Kabel

Geschrieben von

Corina Kabel

Corina Kabel ist Inhaberin von Brönner Interior Design in Timmendorfer Strand. Als Innenarchitektin gestaltet sie Wohnräume und Ferienimmobilien an der Ostsee — durchdacht, hochwertig und persönlich, von der ersten Planung bis zur fertig eingerichteten Immobilie. Mehr über mich →

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